Projektkonferenz "Lehrerbildung PLUS"

Universität Stuttgart, 11./12. Januar 2018

Die fünf lehrerbildenden Hochschulen der Region Stuttgart-Ludwigsburg gestalten das Lehramtsstudium im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung" neu. Neben dem Aufbau einer gemeinsamen Professional School of Education und der Etablierung hochschulübergreifender Studienangebote entwickeln die Verbundpartner die Lehrerbildung in den vier Handlungsfeldern Schulpraxis, MINT-Lehrerbildung, Inklusive Bildung und Heterogenität sowie Evaluation und Qualitätssicherung professionsorientiert weiter.

Mit der Projektkonferenz „Lehrerbildung PLUS" wollen wir den nachhaltigen Dialog mit anderen Projekten, die sich mit ähnlichen Fragestellungen befassen, intensivieren. Dazu laden wir interessierte (Nachwuchs-) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anderer Standorte ein, in vier parallelen Workshops gemeinsam mit anerkannten Expertinnen und Experten ihre und unsere Forschungsansätze sowie erste Ergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren.

Anmeldung

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Bitte melden Sie sich bis spätestens Sonntag, 3. Dezember 2017, zur Projektkonferenz an.

Programm

Donnerstag, 11. Januar 2018
10:30 – 11:15 Eröffnung
11:30 – 13:00 Parallele Workshops (1 bis 4)
13:00 – 14:00 Mittagspause
14:00 – 17:15 Parallele Workshops (1 bis 4)
17:30 – 19:30 Keynote Prof. Dr. Johannes Mayr (Klagenfurt)

Freitag, 12. Januar 2018
09:00 – 09:45 Auftakt
09:45 – 12:00 Parallele Workshops (1 bis 4)
12:00 – 13:00 Mittagspause
13:00 – 14:30 Parallele Workshops (1 bis 4)
14:30 – 15:30 Fazit/Diskussion

4 parallele Workshops

Die Projektkonferenz bietet über beide Veranstaltungstage hinweg vier parallel laufende Workshops, die sich an den Maßnahmenpaketen des Projekts "Lehrebildung PLUS" (Schulpraxis, MINT-Lehrerbildung, Inklusive Bildung/Heterogenität, Evaluation/Qualitätssicherung) orientieren.

Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gebeten, sich bei der Anmeldung für einen der vier Workshops zu entscheiden. Die Workshops sind methodisch unterschiedlich angelegt. Nähere Informationen zum gewünschten Beitrag erhalten Sie nach der Anmeldung unmittelbar von der Workshopleitung.

Reflexion über Schulpraxis

Beitrag: Prof. Dr. Werner Sacher (Neumarkt i. d. Opf.)

Praxisphasen sind zentrale Bestandteile der Lehramtsstudiengänge. Das Ziel der Praxisphasen ist die reflektierte Auseinandersetzung mit der schulischen Praxis, nicht die Praxiserfahrung allein. Im Zentrum des Workshops steht daher die Frage, wie die Reflexion über Schulpraxisphasen optimal gefördert werden kann und soll.

Erbeten werden Beiträge, die sich ebenfalls mit der theoretisch-konzeptionellen Klärung und der praktischen Erprobung von Reflexion über Schulpraxisphasen befassen.

Bildungsforschung und MINT-Lehrerbildung

Beiträge:
Prof. Dr. Horst Schecker (Bremen)
Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia (Mainz)

Zahlreiche Projekte im Bereich der MINT-Lehrerbildung stellen sich bundesweit der Herausforderung, eine belast- und verallgemeinerbare empirische Forschung und Evaluation zu leisten und erfolgreiche Interventio-nen nachhaltig in einen breiteren Regelbetrieb zu über-führen. Angesichts möglicher Spannungen zwischen den Ansprüchen der empirischen Bildungsforschung und der Forderung praktischer Problemlösungen will der Workshop Chancen und Grenzen einer entwicklungsorientierten Bildungsforschung diskutieren, die gezielt auf konkrete evolutionäre Verbesserungen der MINT-Lehrerbildung an den Hochschulen hinarbeitet und diese mehrperspektivisch evaluiert.

Im Mittelpunkt des Workshops stehen daher die beiden Fragen: Was kann die MINT-Lehrerbildung von der empirischen Bildungsforschung wie umsetzen? Und: Was kann die MINT-Lehrerbildung von der entwicklungsorientierten Bildungsforschung lernen?

Prof. Dr. Horst Schecker (Bremen)
Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia (Mainz)
Professionsentwicklung für Inklusion: Baustellen, Befunde und Barrieren

Beitrag: Prof. Dr. Tanja Sturm (Münster)

Es gilt mittlerweile als Konsens, dass eine akademische Ausbildung und der reflexive Umgang mit Wissen, das für die Profession relevant ist, die beiden wesentlichen Bestimmungsmerkmale einer Profession beschreiben.

Angesichts veränderter Anforderungen bei gleichzeitig tradierten Aufgabenstrukturen im Lehrerberuf und mit besonderem Blick auf Inklusive Bildung und Heterogenität wird der Workshop der Frage nachgehen, welche Befunde aus der Professionsentwicklung als Forschungs-und Handlungsfeld für den Lehramtsberuf Brisanz und Relevanz entfalten können.

Prof. Dr. Tanja Sturm (Münster)
Evaluationsforschung und evidenzbasierte Maßnahmen der Qualitätssicherung

Beiträge:
Jun-Prof. Dr. Anika Dreher (Freiburg)
Prof. Dr. Philipp Pohlenz (Magdeburg)

Im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung" wird das Lehramtsstudium an zahlreichen Standorten intensiv weiterentwickelt. Um die Wirksamkeit und Optimierungsbedarfe dieser Maßnahmen einschätzen zu können, ist eine fortwährende Überprüfung nach wissenschaftlichen Kriterien notwendig. Das Spektrum der aktuell in den Projekten betriebenen Evaluationsforschungen soll deshalb genauso Gegenstand des Workshops sein wie die Frage nach einem angemessenen Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen. Letzteres betrifft sowohl administrative als auch hochschuldidaktische Aspekte. Wir freuen uns über Beiträge, die sich bspw. mit Modellierung und Messung von Lehrerkompetenzen oder Evaluationsdesigns in der Lehrerbildung sowie mit der Einbindung von Evaluationsdaten in das hochschulinterne Qualitätsmanagement oder der Akkreditierung von Lehramtsstudiengängen beschäftigen.

Prof. Dr. Annika Dreher (Freiburg)
Prof. Dr. Philipp Pohlenz (Magdeburg)

 

Keynote

Prof. Dr. Johannes Mayr (Klagenfurt)
"Lehrerpersönlichkeit versus Lehrerbildung?"

Das Konzept „Lehrerpersönlichkeit“ wird oft kritisch gesehen, weil es relativ stabile Merkmale von Lehrkräften betont und dadurch auf den ersten Blick einer kompetenzorientierten Lehrerbildung widerspricht. Im Vortrag wird diese Problematik anhand theoretischer Überlegungen, empirischer Befunde und praktischer Beispiele erörtert. Dabei sollen zum einen die Grenzen des Persönlichkeitsansatzes abgesteckt, zum anderen aber auch die von ihm ausgehenden Impulse für eine wirksame, die Individualität der Lehramtsstudierenden und Lehrkräfte achtende Lehrerbildung sichtbar gemacht werden.