Demokratiebildung
Schulen haben den Auftrag Kindern und Jugendlichen Wissen, Werte und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für eine aktive Teilhabe an unserer Gesellschaft und für die Gestaltung demokratischer Prozesse benötigen. Ob im Unterricht, im Schulalltag oder bei gemeinsamen Aktivitäten: Die Förderung von demokratischer Urteilsfähigkeit, respektvollem Miteinander und aktiver Partizipation spiegelt sich auch in den Schulgesetzen der Bundesländer, in Lehrplänen und Leitbildern von Schulen wider. Demokratiebildung ist dabei nicht nur Aufgabe des politischen Fachunterrichts. Von Lehrkräften aller Fächer wird erwartet, dass sie im Unterrichts- und Schulalltag aktiv für die freiheitliche Demokratie eintreten. Der Anspruch der Überparteilichkeit schulischer Bildung ist nicht mit Wertneutralität zu verwechseln
Wie können angehende Lehrkräfte und Berufseinsteiger:innen darauf vorbereitet werden, eine demokratische Schul- und Unterrichtskultur zu gestalten? Wie können sie antidemokratischen Konfrontationen in der Schule begegnen?
Das Querschnittsthema Demokratiebildung greift diese Fragen auf. Es bündelt und vernetzt entsprechende Lehrangebote, Veranstaltungen und Projekte innerhalb der PSE, ihren Partnerhochschulen und Kooperationspartnern.
Das Ziel für die Studierenden ist die Ausbildung einer reflektierten professionellen Handlungskompetenz. Diese geht über die bloße Wissensvermittlung hinaus und begreift die Gestaltung einer demokratischen Schulkultur als fächerübergreifenden Bildungsauftrag. Durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Prinzipien wie dem Beutelsbacher Konsens lernen angehende Lehrkräfte, multiperspektivische Urteilsbildung zu moderieren. Sie entwickeln die Fähigkeit, souverän im Spannungsfeld zwischen pädagogischer Neutralität und wertgebundener Erziehung zu navigieren. So werden sie darauf vorbereitet, die Schule als einen Ort der Mitbestimmung zu gestalten und antidemokratischen Tendenzen auf Basis einer fundierten ethischen Haltung professionell zu begegnen.
„Demokratie heißt immer: die Bereitschaft, nicht nur eigene Interessen zu sehen, und die Fähigkeit zum Ausgleich und zum Kompromiss.“
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
Veranstaltungen:
10.07.2026 Workshop zur Demokratiebildung im Schulalltag
Datum: 10.07.2026, vormittags, Ort: Uni Stuttgart Campus Stadtmitte
Der Workshop richtet sich an Master-Lehramtsstudierende aller Hochschulen, insbesondere an Nicht-Politikstudierende.
„Das ist doch meine Meinung!“ – und jetzt? – Wie neutral müssen Lehrkräfte denn nun sein und was bedeutet Haltung zeigen im Umgang mit grenzwertigen und provozierenden Schüleraussagen? Das Indoktrinationsverbot und das Kontroversitätsgebot in der schulischen Praxis.“ Unter diesem Motto diskutieren wir praxisnahe Strategien zum Umgang mit kontroversen Aussagen und demokratiefeindlichen Provokationen im Unterricht.