Demokratiebildung

Schulen in Deutschland sollen allen Kindern und Jugendlichen neben fachlichen Kompetenzen auch Wissen, Werte und Fähigkeiten vermitteln, die sie für eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft und ihre Gestaltung in demokratischen Prozessen brauchen. Ob im Unterricht, im Schulalltag, in Arbeitsgemeinschaften oder bei gemeinsamen Aktivitäten: die Förderung von demokratischer Urteilsfähigkeit, respektvollem Miteinander und aktiver Partizipation ist und bleibt wesentlicher Auftrag aller Schulen und spiegelt sich so auch in den Schulgesetzen der Bundesländer, in Lehrplänen und Leitbildern von Schulen wider. Demokratiebildung ist nicht nur Aufgabe des politischen Fachunterrichts, sondern staatlicher Auftrag der gesamten Schule. Der Anspruch der Überparteilichkeit schulischer Bildung ist nicht mit Wertneutralität zu verwechseln. Von Schulleitungen und Lehrkräften aller Fächer wird erwartet, dass sie im Unterrichts- und Schulalltag aktiv für die freiheitliche Demokratie eintreten.

Wie können angehende Lehrkräfte und Berufseinsteiger:innen darauf vorbereitet werden, eine demokratische Schul- und Unterrichtskultur zu gestalten und antidemokratischen Konfrontationen in der Schule zu begegnen?

Das Querschnittsthema Demokratiebildung greift diesen gesellschaftlichen Auftrag in der Lehrkräftebildung auf.

Es bündelt und vernetzt entsprechende Lehrangebote, Veranstaltungen und Projekte innerhalb der Professional School of Education Stuttgart-Ludwigsburg (PSE), ihren Partnerhochschulen und und Kooperationspartnern.

Das Ziel der Demokratiebildung für die Studierenden besteht in der Ausbildung einer reflektierten professionellen Handlungskompetenz, die über die bloße Wissensvermittlung hinausgeht und die Gestaltung einer demokratischen Schulkultur als fächerübergreifenden Bildungsauftrag begreift. Durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit politikdidaktischen Prinzipien wie dem Beutelsbacher Konsens entwickeln die Studierenden die Fähigkeit, Lernprozesse zur autonomen, multiperspektivischen Urteilsbildung zu moderieren und dabei das Spannungsfeld zwischen pädagogischer Neutralität und wertgebundener Erziehung souverän zu navigieren. Die angehenden Lehrkräfte sollen zudem befähigt werden, Schule als partizipativen Erfahrungsraum zu gestalten und antidemokratischen Tendenzen auf Basis einer fundierten ethischen Haltung professionell zu begegnen.

 

„Demokratie heißt immer: die Bereitschaft, nicht nur eigene Interessen zu sehen, und die Fähigkeit zum Ausgleich und zum Kompromiss.“
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident