Ein Beitrag von Can Küplüce und Larena Schäfer
Rund 90 Personen aus Wissenschaft, Schule und Verlagswesen haben sich am 19. und 20. März an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg getroffen, um in 24 Vorträgen, zahlreichen Diskussionen und zwei hochkarätigen Keynotes eine grundsätzliche Frage zu beantworten: „Quo vadis – Wohin gehst du, Fremdsprachendidaktik?“
Bereits in der einführenden Keynote bewies Prof.‘in Dr.‘in Carolyn Blume (PH Heidelberg), wie vielfältig diese Frage vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz beantwortet werden kann. Dabei stellte sie Auswirkungen auf Forschung und Lehre, aber vor allem auf die Wissenschaftscommunity heraus. Community war zugleich auch der inhaltliche Anker, mit dem die Frage nach dem Weg beantwortet werden sollte. „Wie Pudding mit Gabeln essen“, schließt sie in der gleichnamigen Keynote, ist das Bearbeiten von KI aus fremdsprachendidaktischer Perspektive mühevoll, kann aber zugleich auch ein Moment auslösen, das Leichtigkeit und Gemeinsamkeit betont.
Ganz im Sinne der Community stellten dann 24 Autor:innenteams ihre Projekte vor, die von Unterrichtsforschung über Hochschuldidaktik bis zu berufsqualifizierenden Fremdsprachenlehre alle Bereiche der Disziplin abdeckten. Besonders beeindruckte die Vielfalt der Beiträge und Beitragenden, die aus allen Teilen Deutschlands, aber auch über die Landesgrenzen hinaus den Weg nach Ludwigsburg fanden.
Alle gemeinsam erinnerte schließlich Prof. Dr. Detmar Meurers (IWM Tübingen) in seiner Keynote daran, dass technologische Entwicklungen schnelllebig sind, die fundamentalen Prinzipien des (Fremd-)sprachenlernens aber Bestand behalten. Er verband damit zugleich den Aufruf, sich als Disziplin selbstbewusst auf eben jene Prinzipien zu beziehen, von dort aus Probleme zu eruieren und dann im Bereich KI Lösungen zu finden. „Fachlichkeit statt Technikeuphorie“, so das Plädoyer. Ein Plädoyer, das ganz dem Spirit der Tagung entsprach , die in ihrer Konzeption dem Fokus auf das Fach und die fachliche Community gewidmet war. So konnte herausgestellt werden, was die Fremdsprachenforschung aus dem Diskurs zu KI ziehen und zu diesem beitragen kann.
Wir hoffen, dass wir mit dieser Tagung, die in Kooperation zwischen der PH Ludwigsburg und der Universität Vechta durchgeführt wurde, diesem Ziel ein Stück nähergekommen sind. Wir bedanken uns herzlich bei allen Beitragenden und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit. Dank gilt zudem der PH Ludwigsburg, der Universität Vechta, der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung und dem Postdoc-Kolleg TEIFUN für die finanzielle Unterstützung, außerdem den wissenschaftlichen Hilfskräften Noah Wiech und Emil Schäfer sowie der studentischen Hilfskraft Julia Ermanntraut für die tolle Zusammenarbeit.
Wir sind gespannt, wohin uns die durch die Tagung angestoßenen Kooperationen und geplanten Veröffentlichungen führen werden. Sicher ist aber schon jetzt, dass der Weg gemeinschaftlich als Fachcommunity gestaltet wird.